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Einzeltitel · Workbook

Dein KI-Unterrichtsassistent

Das 15-Minuten-Setup für wiederkehrende Lehreraufgaben

Stand 9. August 2026Ausgabe Version 1.0Umfang 16 Kapitel
Kurzfassung · 4 Min PDF laden Glossar
Inhalt · 16 Kapitel
KI bereitet vor. Du triffst die pädagogische Entscheidung.

Praxis-Workbook für Planung, Differenzierung und Materialerstellung
Ohne Schülerdaten. Mit Prüfung durch dich.

01 Was du mit diesem Workbook aufbaust

Viele Lehrkräfte verwenden generative KI wie eine Suchmaschine: Sie stellen eine Frage, kopieren die Antwort und beginnen beim nächsten Mal wieder von vorn. Dieses Workbook zeigt dir einen nachhaltigeren Weg. Du richtest ein kleines Arbeitssystem ein, das deinen beruflichen Rahmen kennt, Unterrichtsreihen sauber voneinander trennt und wiederkehrende Abläufe verlässlich ausführt.

Nach der Bearbeitung hast du:

  1. ein datensparsames Lehrkräfteprofil,
  2. ein klares Projektbriefing für eine Unterrichtsreihe,
  3. fünf wiederverwendbare Arbeitsabläufe,
  4. eine Qualitätsprüfung für KI-Ergebnisse und
  5. einen sicheren 15-Minuten-Startplan.

Das Grundprinzip

Kontext geben → Ablauf festlegen → Ergebnis prüfen

  • Das Profil beschreibt deinen allgemeinen beruflichen Rahmen.
  • Das Projekt bündelt den Kontext einer Unterrichtsreihe.
  • Der Workflow legt fest, wie eine wiederkehrende Aufgabe bearbeitet wird.
  • Die KI erstellt einen prüfbaren Entwurf.
  • Die Lehrkraft entscheidet, verändert und verantwortet das Ergebnis.

Was KI nicht übernimmt

Beziehungsarbeit, pädagogische Verantwortung, Leistungsentscheidungen, Fürsorge, professionelle Beobachtung und die Kenntnis deiner konkreten Lerngruppe bleiben menschliche Aufgaben. KI kann vorbereiten, strukturieren, variieren und prüfen. Ersetzen darf sie diese Aufgaben nicht.

Starte mit einem einzigen Workflow. Prüfe ihn an einem echten, aber nicht personenbezogenen Beispiel. Erst wenn die Qualität stabil ist, kommt der nächste Workflow hinzu.

02 Vor dem ersten Prompt: die Datenampel

Die wichtigste Frage lautet nicht: „Kann die KI das?“ Sondern: „Darf und sollte ich ihr diese Informationen geben?“

GRÜN · in der Regel unkritisch

  • eigene Unterrichtsideen ohne Personenbezug
  • öffentlich zugängliche Lehrpläne und Bildungsstandards
  • selbst erstellte, nicht personenbezogene Materialien
  • fiktive Fallbeispiele
  • vollständig anonymisierte Aufgabenstellungen
  • allgemeine Angaben wie Fach, Jahrgangsstufe und Stundenlänge

GELB · erst Rahmenbedingungen prüfen

  • interne schulische Dokumente
  • dienstliche E-Mails oder Kalender
  • urheberrechtlich geschützte Texte und Abbildungen
  • nicht öffentliche Prüfungs- und Lösungsmaterialien
  • schulische Cloud- oder Plattformanbindungen
  • Daten, die nur vermeintlich anonymisiert wurden

Vor Verwendung klären: schulische Freigabe, Landesvorgaben, Nutzungsbedingungen, Auftragsverarbeitung, Speicherort, Löschmöglichkeiten und Urheberrecht.

ROT · gehört nicht hinein

  • Namen und Kontaktdaten von Schülerinnen und Schülern
  • Noten, Leistungsprofile und individuelle Rückmeldungen
  • Diagnosen, Förderbedarf, Gesundheits- oder Verhaltensdaten
  • Elternkommunikation mit Personenbezug
  • Zugangsdaten oder Inhalte aus Schulverwaltungs- und Notensystemen
  • Kombinationen von Merkmalen, durch die Personen erkennbar werden

Vier Sicherheitsregeln

  1. Nutze nur Werkzeuge und Konten, die für deinen schulischen Kontext freigegeben sind.
  2. Arbeite nach dem Prinzip der Datenminimierung: so wenig Kontext wie möglich, so viel wie nötig.
  3. Ersetze reale Fälle durch fiktive oder belastbar anonymisierte Beispiele.
  4. Prüfe jedes Ergebnis selbst, bevor es Lernende, Eltern oder Kolleginnen und Kollegen erreicht.

Schnelltest: Würdest du den eingegebenen Inhalt ohne Bedenken auf einem offenen Fortbildungsbeamer zeigen? Wenn nicht, gehört er nicht ungeprüft in ein KI-System.

Dieses Workbook ersetzt keine schulische, behördliche oder datenschutzrechtliche Freigabe. Im Zweifel gelten die Vorgaben deiner Schule, deines Trägers und deines Bundeslandes.

03 Das System hinter deinem KI-Unterrichtsassistenten

1. Profil · Wer bin ich beruflich?

Das Profil enthält stabile, allgemeine Informationen: Schulform, Fächer, Jahrgangsstufen, Unterrichtsdauer, didaktische Leitlinien und gewünschte Ausgabeformate.

2. Projekt · Woran arbeite ich gerade?

Das Projekt enthält den Kontext einer konkreten Reihe: Lernziele, Zeitrahmen, Lehrplanbezug, vorhandene Materialien, Leistungsprodukt und fachliche Grenzen.

3. Workflow · Wie soll eine Aufgabe bearbeitet werden?

Der Workflow beschreibt einen wiederholbaren Prozess: benötigte Eingaben, Arbeitsschritte, Ausgabeformat, Qualitätskriterien und Kontrollfragen.

4. Entwurf · Was liefert die KI?

Der Entwurf ist ein strukturiertes Zwischenergebnis, keine fertige pädagogische Entscheidung. Gute Ausgaben machen Annahmen, Unsicherheiten und fehlende Informationen sichtbar.

5. Prüfung · Was verantwortest du?

Du kontrollierst Fachlichkeit, Passung zur Lerngruppe, Lernwirksamkeit, Sprache, Quellen, Zeitplanung, Barrierearmut und Datenschutz.

Die wichtigste Trennung

BausteinLeitfrageBeispiel
ProfilWas gilt meistens?„Ich unterrichte 45-Minuten-Stunden und bevorzuge aktivierende Einstiege.“
ProjektWas gilt für diese Reihe?„Die Reihe umfasst sechs Stunden und endet mit einer begründeten Stellungnahme.“
WorkflowWie wird gearbeitet?„Plane jede Stunde mit Lernziel, Phasen, Übergängen, Zeitprüfung und Plan B.“

Merksatz: Das Projekt liefert den fachlichen Kontext. Der Workflow liefert das Verfahren.

Was nicht ins dauerhafte Profil gehört

Keine Namen, keine Einzelfälle, keine Noten, keine Diagnosen, keine vertraulichen Gesprächsinhalte, und keine Informationen, die nur für eine einzelne Klasse oder Situation gelten.

04 Dein datensparsames Lehrkräfteprofil

Fülle nur die Punkte aus, die du wirklich brauchst. Je klarer dein Profil ist, desto seltener musst du allgemeine Vorgaben wiederholen.

Profilfelder

  • Schulform: _______________________________________________
  • Bundesland / curricularer Rahmen: ___________________________
  • Fächer: __________________________________________________
  • Jahrgangsstufen: __________________________________________
  • Übliche Unterrichtsdauer: ☐ 45 Min. ☐ 60 Min. ☐ 90 Min. ☐ andere: ______
  • Bevorzugte Unterrichtsprinzipien: ____________________________
  • Sprachliches Niveau der Materialien: __________________________
  • Formen der Differenzierung: __________________________________
  • Bevorzugte Ausgabeformate: __________________________________
  • Verbindliche Qualitätskriterien: ______________________________
  • Was die KI nie tun soll: _____________________________________

Kopiervorlage: Lehrkräfteprofil

Du unterstützt mich als didaktischer Planungs- und Materialassistent.

Mein beruflicher Rahmen:
- Schulform: [Schulform]
- Bundesland / curricularer Rahmen: [Angabe]
- Fächer: [Fächer]
- Jahrgangsstufen: [Stufen]
- Übliche Unterrichtsdauer: [Minuten]
- Bevorzugte Unterrichtsprinzipien: [z. B. kognitive Aktivierung,
  klare Lernziele, hohe Eigenaktivität, kooperative Lernformen]
- Gewünschte Differenzierung: [Formen]
- Sprachliches Niveau: [Beschreibung]
- Bevorzugte Ausgabeformate: [z. B. Tabellen, kopierfertige Texte,
  getrennte Lösungen]

Arbeitsregeln:
1. Frage nach, wenn entscheidende Angaben fehlen. Stelle höchstens
   drei gebündelte Rückfragen.
2. Erfinde keine Lehrplanbezüge, Quellen, Zitate oder fachlichen Fakten.
3. Kennzeichne Annahmen und Unsicherheiten sichtbar.
4. Trenne Material für Lernende von didaktischen Hinweisen und Lösungen.
5. Plane realistisch und prüfe, ob die angegebenen Zeiten zusammenpassen.
6. Verwende keine personenbezogenen Daten und fordere solche Daten nicht an.
7. Liefere Entwürfe, die eine pädagogische Prüfung durch mich ermöglichen.

Profiltest

Bitte die KI anschließend:

Fasse mein Lehrkräfteprofil in acht präzisen Punkten zusammen. Nenne danach
drei Informationen, die für gute Unterrichtsentwürfe noch fehlen könnten,
ohne personenbezogene Daten anzufordern.

Prüfe die Zusammenfassung und entferne, was zu persönlich oder unnötig ist.

05 Projektbriefing für eine Unterrichtsreihe

Lege für jede Unterrichtsreihe, jedes Fachgebiet oder jede klar abgegrenzte Aufgabe ein eigenes Projekt an. So bleiben fachliche Kontexte getrennt, und du kannst später nachvollziehen, woraus ein Ergebnis entstanden ist.

Projekt-Canvas

  • Projekttitel: _______________________________________________
  • Fach / Jahrgangsstufe: ______________________________________
  • Thema der Reihe: ___________________________________________
  • Übergeordnetes Lernziel: ____________________________________
  • Umfang: ______ Stunden à ______ Minuten
  • Relevantes Vorwissen: ______________________________________
  • Verbindliche Inhalte / Kompetenzen: ___________________________
  • Vorhandene Materialien: _____________________________________
  • Geplantes Lern- oder Leistungsprodukt: ________________________
  • Fachliche und organisatorische Grenzen: ________________________
  • Woran erkenne ich einen gelungenen Entwurf? ____________________

Kopiervorlage: Projektstart

Wir arbeiten in diesem Projekt an der folgenden Unterrichtsreihe:

- Fach und Jahrgangsstufe: [Angabe]
- Thema: [Angabe]
- Umfang: [Anzahl] Stunden à [Dauer] Minuten
- Übergeordnetes Lernziel: [beobachtbar formulieren]
- Relevantes Vorwissen: [Angabe]
- Verbindliche Inhalte / Kompetenzen: [Angabe oder geprüfte Quelle]
- Vorhandene Materialien: [Angabe]
- Geplantes Lern- oder Leistungsprodukt: [Angabe]
- Besondere Rahmenbedingungen: [Angabe]

Bevor du Materialien erstellst:
1. Prüfe, ob Lernziel, Umfang und Leistungsprodukt zusammenpassen.
2. Nenne fehlende Schlüsselinformationen in höchstens drei Fragen.
3. Erstelle eine knappe Reihenübersicht mit Stunde, Teilziel,
   Lernaktivität und sichtbarem Lernprodukt.
4. Kennzeichne Annahmen. Erfinde keine curricularen Vorgaben.
5. Warte anschließend auf meine Freigabe, bevor du Einzelstunden ausarbeitest.

Gute Projektgrenzen

Sinnvoll: eine Reihe, ein Halbjahresthema oder ein Materialprojekt.
Zu groß: „mein gesamter Unterricht“.
Nicht geeignet: personenbezogene Dossiers über einzelne Lernende.

06 So wird aus einem Prompt ein stabiler Workflow

Ein guter Workflow ist keine magische Formulierung, sondern eine kleine, prüfbare Arbeitsanweisung.

Die sechs Bestandteile

  1. Auslöser: Wann soll der Workflow verwendet werden?
  2. Eingaben: Welche Informationen werden zwingend benötigt?
  3. Vorgehen: Welche Schritte soll die KI in welcher Reihenfolge ausführen?
  4. Ausgabe: Wie soll das Ergebnis strukturiert sein?
  5. Qualität: Welche fachlichen und didaktischen Kriterien gelten?
  6. Stoppregel: Wann muss die KI nachfragen oder Unsicherheit melden?

Qualitätsformel

Rolle + Ziel + Kontext + Prozess + Format + Prüfkriterien

Vom spontanen Prompt zum Workflow

Zu offen: „Mach mir eine Stunde zum Klimawandel.“

Stabil: „Prüfe zuerst Lernziel, Vorwissen und Zeit. Plane anschließend Phasen mit sichtbarer Lernaktivität, realistischen Übergängen, Sicherung und Plan B. Kennzeichne fachliche Annahmen und trenne Lehrkrafthinweise vom Material für Lernende.“

Fünf Workflows in diesem Workbook

  1. Unterrichtsarchitekt – plant eine tragfähige Einzelstunde
  2. Differenzierungsstudio – schafft verschiedene Zugänge zum gleichen Kernziel
  3. Arbeitsblatt-Werkstatt – erstellt Aufgaben, Layoutstruktur und Lösungen
  4. Material-TÜV – prüft vorhandenes Material systematisch
  5. Vertretungs-Paket – baut eine selbsterklärende, robuste Stunde
Speichere zunächst nur Abläufe, die du an mindestens zwei unterschiedlichen Themen getestet hast. Ein Workflow ist erst dann stabil, wenn seine Qualität nicht von einem einzigen Beispiel abhängt.

07 Workflow 1: Unterrichtsarchitekt

Geeignet für

Einzelstunden, Doppelstunden und die Ausarbeitung eines Bausteins aus einer bereits geplanten Reihe.

Benötigte Eingaben

Fach · Jahrgangsstufe · Thema · beobachtbares Lernziel · Dauer · Vorwissen · vorhandene Materialien · Rahmenbedingungen

Kopiervorlage

Erstelle einen prüfbaren Entwurf für eine Unterrichtsstunde.

Eingaben:
- Fach / Jahrgangsstufe: [Angabe]
- Thema: [Angabe]
- Beobachtbares Lernziel: Die Schülerinnen und Schüler können …
- Dauer: [Minuten]
- Relevantes Vorwissen: [Angabe]
- Vorhandene Materialien: [Angabe]
- Rahmenbedingungen: [Angabe]

Vorgehen:
1. Prüfe zuerst, ob das Lernziel in der verfügbaren Zeit realistisch und
   beobachtbar ist. Schlage bei Bedarf eine präzisere Formulierung vor.
2. Plane vom gewünschten Lernergebnis rückwärts.
3. Sorge für einen aktivierenden Einstieg, eine kognitiv gehaltvolle
   Erarbeitung, eine sichtbare Sicherung und einen kurzen Lernstandscheck.
4. Formuliere klare Übergänge zwischen den Phasen.
5. Ergänze eine sinnvolle Zeitreserve und einen Plan B.

Ausgabe:
A. Lernziel und Erfolgskriterien
B. Verlaufsplan als Tabelle mit Zeit, Phase, Lernaktivität,
   Sozialform, Material und didaktischer Funktion
C. präzise Arbeitsaufträge für die Lernenden
D. erwartbare Denkwege und zwei typische Stolperstellen
E. Plan B bei Zeitmangel sowie Erweiterung bei Zeitgewinn
F. abschließende Zeitprüfung: Summe aller Minuten

Kennzeichne Annahmen. Erfinde keine Fachinformationen, Quellen oder
Lehrplanbezüge. Trenne Lernendenmaterial und Lehrkrafthinweise deutlich.

Qualitätscheck

  • Ist das Lernziel am Ende tatsächlich beobachtbar?
  • Tun die Lernenden den größten Teil der kognitiven Arbeit?
  • Prüft die Sicherung genau das formulierte Lernziel?
  • Stimmen Einzelzeiten und Gesamtdauer überein?

08 Workflow 2: Differenzierungsstudio

Geeignet für

Aufgaben, Texte oder Lernwege, bei denen alle am gleichen fachlichen Kern arbeiten, aber unterschiedliche Zugänge und Unterstützungen benötigen.

Benötigte Eingaben

Kernlernziel · Ausgangsaufgabe oder Material · Jahrgangsstufe · erwartbares Vorwissen · zulässige Hilfen · gewünschtes Produkt

Kopiervorlage

Entwickle aus dem folgenden Material drei nicht stigmatisierende Zugänge
zum gleichen fachlichen Kernlernziel.

Eingaben:
- Fach / Jahrgangsstufe: [Angabe]
- Kernlernziel: [Angabe]
- Ausgangsaufgabe oder Material: [einfügen]
- Erwartbares Vorwissen: [Angabe]
- Zulässige Hilfen: [Angabe]
- Gemeinsames Lernprodukt: [Angabe]

Erstelle:
1. ZUGANG: zusätzliche Struktur, Begriffshilfen, Teilfragen oder Beispiel,
   ohne das Kernlernziel abzusenken.
2. STANDARD: klare, selbstständig bearbeitbare Fassung.
3. VERTIEFUNG: höhere Begründungstiefe, Transfer oder offene Entscheidung,
   nicht bloß mehr Aufgaben derselben Art.

Gib anschließend aus:
A. gemeinsames Kernlernziel und gemeinsames Erfolgskriterium
B. die drei Fassungen mit neutralen Bezeichnungen
C. passende Hilfekarten, die bei Bedarf angeboten werden können
D. Hinweise, was in allen Fassungen fachlich unverändert bleiben muss
E. kurze Begründung der jeweiligen Anpassung

Vermeide Zuschreibungen über vermeintlich „schwache“ oder „starke“
Lernende. Erfinde keine Diagnosen und fordere keine personenbezogenen
Informationen an.

Qualitätscheck

  • Arbeiten alle Zugänge wirklich am gleichen Kernziel?
  • Unterstützt der erste Zugang das Denken, statt die Lösung vorzugeben?
  • Erzeugt die Vertiefung mehr Denktiefe statt nur mehr Arbeitsmenge?
  • Können Lernende zwischen Hilfen wählen, ohne etikettiert zu werden?

09 Workflow 3: Arbeitsblatt-Werkstatt

Geeignet für

Kopierfertige Übungsphasen, Lernjobs, Erarbeitungsblätter oder kurze Selbstkontrollen mit separater Lösung.

Benötigte Eingaben

Lernziel · Inhalt · Bearbeitungszeit · Aufgabenanzahl · Materialbasis · gewünschtes Format · erlaubte Hilfsmittel

Kopiervorlage

Erstelle ein fachlich prüfbares Arbeitsblatt mit separater Musterlösung.

Eingaben:
- Fach / Jahrgangsstufe: [Angabe]
- Lernziel: [Angabe]
- Inhalt und Materialbasis: [Angabe]
- Bearbeitungszeit: [Minuten]
- Umfang: [Anzahl Aufgaben / Seiten]
- Erlaubte Hilfsmittel: [Angabe]
- Gewünschtes Ausgabeformat: [Angabe]

Anforderungen:
1. Beginne mit einem kurzen Lernziel in verständlicher Sprache.
2. Formuliere eindeutige Arbeitsaufträge mit passenden Operatoren.
3. Ordne die Aufgaben in einer begründeten Progression an.
4. Baue mindestens eine Aufgabe ein, die Erklärung, Begründung oder
   Transfer verlangt.
5. Plane ausreichend Schreib- und Arbeitsraum; nutze Farbe niemals als
   einziges Unterscheidungsmerkmal.
6. Trenne Arbeitsblatt, Hilfen und Musterlösung vollständig.
7. Gib Punkte nur aus, wenn ich ausdrücklich ein Bewertungsschema verlange.
8. Nenne benötigte Quellen. Erfinde keine Belege oder Zitate.

Ausgabe:
A. Arbeitsblatt für Lernende
B. optionale Hilfekarte
C. vollständige Musterlösung mit nachvollziehbaren Lösungswegen
D. Lehrkraftnotiz mit Zeitbedarf, Stolperstellen und Einsatzhinweis
E. abschließende Prüfung auf Eindeutigkeit und fachliche Konsistenz

Qualitätscheck

  • Ist jede Aufgabe ohne zusätzliche mündliche Erklärung verständlich?
  • Passt der Umfang realistisch zur Bearbeitungszeit?
  • Sind alle Lösungen vollständig und widerspruchsfrei?
  • Ist das Blatt auch in Schwarz-Weiß und mit Vergrößerung nutzbar?

10 Workflow 4: Material-TÜV

Geeignet für

Eigene Entwürfe, KI-generierte Materialien oder bereits vorhandene Aufgaben, bevor sie im Unterricht eingesetzt werden.

Benötigte Eingaben

Material · Lernziel · Zielgruppe · Zeitrahmen · fachliche Referenz oder verlässliche Quelle · besondere Anforderungen

Kopiervorlage

Prüfe das folgende Unterrichtsmaterial kritisch. Bestätige seine Qualität
nicht pauschal und schreibe es nicht sofort vollständig um.

Kontext:
- Fach / Jahrgangsstufe: [Angabe]
- Lernziel: [Angabe]
- Geplanter Einsatz und Zeitrahmen: [Angabe]
- Fachliche Referenz / geprüfte Quelle: [Angabe]
- Besondere Anforderungen: [Angabe]
- Zu prüfendes Material: [einfügen]

Bewerte jedes Kriterium mit 0 = nicht erfüllt, 1 = teilweise erfüllt oder
2 = erfüllt und begründe die Bewertung knapp:
1. Passung zum Lernziel
2. fachliche Richtigkeit und Aktualität
3. Klarheit der Arbeitsaufträge
4. kognitive Aktivierung
5. sinnvolle Progression
6. Differenzierung ohne Stigmatisierung
7. sprachliche Zugänglichkeit
8. realistische Bearbeitungszeit
9. Barrierearmut und Layoutlogik
10. Quellen-, Urheberrechts- und Datenschutzrisiken

Gib danach aus:
A. Prüftabelle mit Belegen aus dem Material
B. die drei wichtigsten Überarbeitungen nach Priorität
C. konkret überarbeitete Stellen, nicht automatisch das ganze Material
D. offene Fachfragen, die menschlich oder anhand einer Primärquelle
   geprüft werden müssen
E. Gesamturteil: einsetzbar / nach Überarbeitung einsetzbar / nicht einsetzbar

Kennzeichne Unsicherheit. Erfinde keine Quellen und behandle das Material
nicht als fachlich richtig, nur weil es plausibel formuliert ist.

Qualitätscheck

  • Belegt die Prüfung ihre Urteile mit konkreten Textstellen?
  • Werden Fachlichkeit und didaktische Qualität getrennt bewertet?
  • Sind Risiken und offene Fragen sichtbar statt glattgebügelt?
  • Hast du die entscheidenden Fakten selbst kontrolliert?

11 Workflow 5: Vertretungs-Paket

Geeignet für

Kurzfristige Vertretungsstunden, die ohne Spezialwissen, zusätzliche Logins oder vertrauliche Daten funktionieren müssen.

Benötigte Eingaben

Fach · Jahrgangsstufe · Dauer · Thema · Vorwissen · verfügbare Mittel · gewünschte Anschlussfähigkeit

Kopiervorlage

Erstelle ein robustes, selbsterklärendes Vertretungs-Paket.

Eingaben:
- Fach / Jahrgangsstufe: [Angabe]
- Dauer: [45 / 60 / 90 Minuten]
- Thema: [Angabe]
- Relevantes Vorwissen: [Angabe]
- Verfügbare Mittel: [z. B. Ausdrucke, Tafel, Schulbuch]
- Anschluss an den regulären Unterricht: [Angabe]

Anforderungen:
1. Die Stunde muss ohne Spezialwissen zur laufenden Reihe durchführbar sein.
2. Sie benötigt keine neuen Konten, privaten Geräte oder personenbezogenen Daten.
3. Arbeitsaufträge, Zeitangaben und Ergebnisse müssen selbsterklärend sein.
4. Plane eine kurze Aktivierung, eine tragfähige Hauptaufgabe, eine
   überprüfbare Sicherung und eine sinnvolle Zusatzaufgabe.
5. Verwende nur bereitgestellte oder klar bezeichnete, zulässige Quellen.

Ausgabe:
A. einseitige Übergabe für die vertretende Lehrkraft
B. Ablauf mit Minutenangaben und einfacher Moderationshilfe
C. kopierfertiges Material für die Lernenden
D. separate Lösung oder Erwartung
E. Hilfekarte und Zusatzaufgabe
F. Hinweis, wie die Ergebnisse in der nächsten regulären Stunde
   aufgegriffen werden können
G. Material- und Zeitprüfung

Kennzeichne alle Annahmen. Erfinde weder Schulbuchseiten noch Internetquellen.

Qualitätscheck

  • Kann eine fachfremde Person die Stunde sicher anleiten?
  • Funktioniert sie ohne spontane Recherche und zusätzliche Technik?
  • Entsteht ein sichtbares Ergebnis für die Weiterarbeit?
  • Gibt es eine sinnvolle Reserve statt bloßer Beschäftigung?

12 Recherche und fortgeschrittene Werkzeuge

Nicht jede Aufgabe braucht Recherche oder einen autonomen Assistenten. Nutze zusätzliche Funktionen nur dann, wenn ihr Mehrwert größer ist als Komplexität und Risiko.

Wann Recherche sinnvoll ist

  • aktuelle fachliche Entwicklungen, Statistiken oder Regelungen
  • Vergleich mehrerer belastbarer Positionen
  • Suche nach Primärquellen und offiziellen Materialien
  • Überprüfung einer konkreten, strittigen Tatsachenbehauptung

Rechercheauftrag

Recherchiere die folgende Frage für die fachliche Vorbereitung einer
Unterrichtseinheit: [Frage].

Anforderungen:
1. Priorisiere Primärquellen, offizielle Institutionen und aktuelle
   wissenschaftliche Veröffentlichungen.
2. Nenne zu jeder zentralen Aussage Quelle, direkte URL und Publikationsdatum.
3. Trenne belegte Tatsachen, Interpretation und deine eigene Schlussfolgerung.
4. Weise auf widersprüchliche Quellen, Datenlücken und veraltete Angaben hin.
5. Übernimm keine längeren Textpassagen; paraphrasiere und markiere kurze Zitate.
6. Schließe mit einer Tabelle: Aussage | Quelle | Datum | Verlässlichkeit |
   Relevanz für den Unterricht.
7. Erfinde keine Quellen. Wenn keine belastbare Quelle vorliegt, sage das klar.

Fortgeschrittene Einsatzmöglichkeiten

Code oder interaktive Artefakte: Selbstkontrollquiz, Vokabeltrainer, Zeitleiste oder kleine Simulation. Zunächst ohne Anmeldung und ohne Erfassung personenbezogener Daten. Teste vor dem Einsatz Funktion, Fachlichkeit, Barrierearmut und Gerätekompatibilität.

Designfunktionen: One-Pager, Folien, visuelle Lernpfade oder interaktive Lernstationen. Kläre Inhalt und Quellen zuerst und lass die Gestaltung anschließend erstellen.

Datei- und Browseragenten: Setze sie nur auf freigegebenen, nicht sensiblen Arbeitsbereichen ein. Öffne keine Schulverwaltung, keine Notenportale, keine vertraulichen Postfächer und keine Ordner mit personenbezogenen Daten. Halte Berechtigungen klein und kontrolliere die Änderungen.

Je autonomer ein Werkzeug handeln darf, desto kleiner, klarer und weniger sensibel sollte sein Arbeitsbereich sein.

13 Der professionelle Endcheck

Kein KI-Ergebnis geht ungeprüft in den Unterricht. Nutze diese Checkliste vor Veröffentlichung, Ausdruck oder Weitergabe.

Pädagogik

  • ☐ Das Lernziel ist klar, beobachtbar und für die Zeit realistisch.
  • ☐ Aufgaben, Aktivitäten und Sicherung zahlen auf dasselbe Lernziel ein.
  • ☐ Die Lernenden übernehmen die wesentliche Denkarbeit.
  • ☐ Hilfen unterstützen, ohne Lösungen vorwegzunehmen oder zu etikettieren.

Fachlichkeit

  • ☐ Zentrale Fakten, Rechenwege, Begriffe und Lösungen wurden geprüft.
  • ☐ Lehrplanbezüge und Zitate sind real und korrekt wiedergegeben.
  • ☐ Annahmen, Unsicherheiten und fachliche Kontroversen sind sichtbar.
  • ☐ Aktuelle Aussagen wurden anhand belastbarer Quellen kontrolliert.

Verständlichkeit und Umsetzung

  • ☐ Arbeitsaufträge sind eindeutig und altersangemessen formuliert.
  • ☐ Zeitangaben ergeben zusammen die verfügbare Unterrichtszeit.
  • ☐ Material, Sozialform und Technik sind tatsächlich verfügbar.
  • ☐ Das Material funktioniert nicht ausschließlich über Farbe oder kleine Schrift.

Verantwortung

  • ☐ Es wurden keine unzulässigen personenbezogenen Daten verarbeitet.
  • ☐ Quellen, Lizenzen und Urheberrecht wurden berücksichtigt.
  • ☐ Eine Lehrkraft trifft alle Leistungs- und Förderentscheidungen.
  • ☐ Das Ergebnis passt zur konkreten Lerngruppe, nicht nur zum Prompt.

Freigabeentscheidung

☐ direkt einsetzbar
☐ nach Überarbeitung einsetzbar
☐ nicht einsetzbar

Die drei wichtigsten Änderungen vor dem Einsatz:

  1. ____________________________________________________________
  2. ____________________________________________________________
  3. ____________________________________________________________

14 Dein 15-Minuten-Startplan

Minute 0–3 · Rahmen klären

  • zugelassenes Werkzeug und geeignetes Konto wählen
  • Datenampel prüfen
  • für den Test ausschließlich unkritische Inhalte verwenden

Minute 3–7 · Profil anlegen

  • Lehrkräfteprofil aus Modul 04 ausfüllen
  • Zusammenfassung durch die KI prüfen lassen
  • unnötige und zu persönliche Angaben entfernen

Minute 7–11 · Ein Projekt starten

  • eine konkrete Unterrichtsreihe auswählen
  • Projektbriefing aus Modul 05 ausfüllen
  • Reihenübersicht prüfen, bevor Einzelmaterial entsteht

Minute 11–15 · Einen Workflow testen

  • die häufigste wiederkehrende Aufgabe wählen
  • passenden Workflow mit einem realen, nicht personenbezogenen Thema testen
  • Ergebnis mit dem professionellen Endcheck bewerten

Die beste erste Aufgabe

Wähle etwas, das du gut beurteilen kannst. Die erste KI-Aufgabe sollte nicht die schwierigste sein, sondern eine, bei der du Qualität schnell erkennst und Verbesserungen präzise formulieren kannst.

Drei Reflexionsfragen

  1. Welche Rückfragen hat die KI sinnvoll gestellt?
  2. Wo war das Ergebnis nur plausibel, aber noch nicht belastbar?
  3. Welche Arbeitsregel würde den nächsten Durchlauf deutlich verbessern?
Ziel der ersten 15 Minuten ist kein perfektes System. Ziel ist ein sicherer, nachvollziehbarer Workflow, den du gezielt verbessern kannst.

15 Workflow-Finder: Was lohnt sich wirklich?

Nicht jede Aufgabe braucht einen eigenen KI-Workflow. Suche nach Tätigkeiten, die häufig vorkommen, klare Eingaben besitzen und deren Qualität du zuverlässig prüfen kannst.

Meine wiederkehrenden Aufgaben

AufgabeWie oft?Benötigte EingabenGleichbleibende QualitätskriterienDatenrisiko
1.☐ grün ☐ gelb ☐ rot
2.☐ grün ☐ gelb ☐ rot
3.☐ grün ☐ gelb ☐ rot

Auswahltest

Vergib pro Aussage einen Punkt:

  • ☐ Die Aufgabe kommt mindestens zweimal pro Monat vor.
  • ☐ Der Ablauf ist weitgehend gleich, auch wenn das Thema wechselt.
  • ☐ Die benötigten Eingaben lassen sich klar benennen.
  • ☐ Ein gutes Ergebnis besitzt überprüfbare Kriterien.
  • ☐ Die Aufgabe lässt sich ohne personenbezogene Daten bearbeiten.

4–5 Punkte: sehr guter Workflow-Kandidat
2–3 Punkte: erst Prozess klären oder Aufgabe verkleinern
0–1 Punkte: vorerst manuell bearbeiten

Mein nächster Workflow

Name: ______________________________________________________

Auslöser: ___________________________________________________

Pflichteingaben: ______________________________________________

Gewünschte Ausgabe: __________________________________________

Drei Qualitätskriterien:

  1. ____________________________________________________________
  2. ____________________________________________________________
  3. ____________________________________________________________

Stoppregel – wann muss die KI nachfragen? _______________________________________________________________

16 Quellen, Grenzen und Aktualität

Offizielle Grundlagen

  • Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen (2024).
    https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2024/2024_10_10-Handlungsempfehlung-KI.pdf
  • Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz (2024).
    https://www.datenschutzkonferenz-online.de/media/oh/20240506_DSK_Orientierungshilfe_KI_und_Datenschutz.pdf
  • Anthropic Help Center: Import and export your memory from Claude (2026).
    https://support.claude.com/en/articles/12123587-import-and-export-your-memory-from-claude
  • Anthropic Help Center: Use Claude’s chat search and memory to build on previous context (2026).
    https://support.claude.com/en/articles/11817273-use-claude-s-chat-search-and-memory-to-build-on-previous-context
  • Anthropic Help Center: What are skills? (2026).
    https://support.claude.com/en/articles/12512176-what-are-skills
  • Anthropic Help Center: Use Google Workspace connectors und Use Claude in Chrome safely (2026).
    https://support.claude.com/en/articles/10166901-use-google-workspace-connectors https://support.claude.com/en/articles/12902428-use-claude-in-chrome-safely
  • Anthropic Help Center: Get started with Claude Cowork (2026).
    https://support.claude.com/en/articles/13345190-get-started-with-claude-cowork
  • Anthropic: Introducing Claude Design (2026).
    https://www.anthropic.com/news/claude-design-anthropic-labs

Einordnung

Produktnamen, Modellbezeichnungen, Verfügbarkeit, Preise und Bedienoberflächen ändern sich schnell. Deshalb ist die Methode dieses Workbooks bewusst toolunabhängig aufgebaut. Prüfe vor einer Veröffentlichung oder Fortbildung alle produktspezifischen Angaben erneut.

Dieses Material bietet eine praxisorientierte Struktur, aber keine Rechtsberatung. Maßgeblich bleiben die aktuellen Vorgaben deiner Schule, deines Schulträgers, deines Bundeslandes sowie die Bedingungen des eingesetzten Dienstes.

Die Idee in einem Satz

Gib der KI nur den nötigen Kontext, standardisiere wiederkehrende Abläufe und behalte die pädagogische Entscheidung konsequent bei dir.

Version 1.0 · Redaktionsstand: 9. August 2026