Wie KI schreibt
Sei die KI
Eine KI schreibt Wort für Wort und wählt dabei, was wahrscheinlich passt. Auf „Liebe Eltern, am Freitag findet unser“ folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit „Elternabend“ oder „Wandertag“, ganz selten „Weltuntergang“. Mit JavaScript kannst du hier selbst wählen.
Was dahintersteckt
Die Modelle hinter ChatGPT, Claude und Gemini sind große Sprachmodelle. Sie wurden mit sehr großen Textmengen darauf trainiert, das nächste Wort vorherzusagen. Eine Antwort entsteht deshalb Stück für Stück: Bei jedem Schritt berechnet das Modell, welche Fortsetzung zum bisherigen Text passt, und wählt eine davon.
Wahrscheinlich heißt nicht wahr. Ein Datum, ein Name oder eine Quellenangabe kann flüssig und sicher formuliert sein und trotzdem falsch. Das nennt man Halluzination. In einer Untersuchung von 2023 waren 55 % der Literaturangaben von GPT-3.5 erfunden, bei GPT-4 noch 18 %.
Der Regler steht für die Temperatur. Bei niedriger Temperatur wählt das Modell fast immer die wahrscheinlichste Fortsetzung, bei hoher auch seltenere. Deshalb bekommt dieselbe Frage manchmal zwei verschiedene Antworten.
Für deinen Alltag heißt das: Für Entwürfe, Formulierungen und Varianten ist die KI eine große Hilfe. Daten, Zahlen, Namen und Quellen prüfst du, bevor etwas rausgeht.
Zum Mitnehmen
Lass die KI selbst markieren, was sie ergänzt hat. Den Prompt in ChatGPT, Claude oder Gemini einfügen und die eckige Klammer ersetzen. Ob eine Angabe stimmt, entscheidest trotzdem du.
Ich schreibe einen Elternbrief zu folgendem Anlass: [Anlass, Datum, Ort, Kosten]. Schreib einen kurzen, freundlichen Entwurf. Markiere jede Angabe, die nicht aus meiner Nachricht stammt, sondern die du ergänzt oder vermutet hast, mit [prüfen]. Schreib am Ende eine Liste aller [prüfen]-Stellen.